Startseite      Gästebuch      Hochwasser      Projekte      Sonstiges      Wir über uns     






Fixe Leinen-Installationen in Höhlen mit grosser Strömung     


Hinweis:

Dieser Text zeigt eine mögliche Fixierung für Kabel oder Leinen in Höhlen mit grosser Strömung. Höhlentauchen ist gefährlich und darf nur nach erfolgter Ausbildung erfolgen. Strömungshöhlen bilden erhöhte Anforderungen und Gefahren an den Taucher. Dies wird selten in der Ausbildung gelehrt. Diese Anleitung ersetzt keine Ausbildung in der Ausleinung von Höhlen! Jede Verantwortung wird abgelehnt!

In den meisten Fällen werden Leinen in Dicken von Ø 1.5 – 4mm in Höhlen als Hauptleine verlegt. Diese haben jedoch nicht nur Vorteile. In der Aachquelle und der Donauhöhle treten grosse Strömungsgeschwindigkeiten auf.

Die Leinen werden in Teilstrecken auch als Zugkabel verwendet. In den Engstellen sogar mit Knoten drin. Durch die feinen Sedimente werden Nylonleinen innert kürzester Zeit braun und sind fast nicht mehr zu reinigen. Sie werden dann nur noch sehr schwer optisch wahrgenommen. Dies ist bei den normalen Sichtweiten von 1-2m gefährlich.

    

Die Kabel können durch die Zwischenbefestigungen ohne Felskontakt in der Höhle gespannt werden. Somit hat man mit dem Handschuh keinen Felskontakt. Die Handschuhe danken dies vor allem bei Nullsicht. Die Kabel werden auch bei extremer Strömung durch die Vibrationen nicht beschädigt, vorausgesetzt sie haben keine Felskontakt. Die Verankerungen sind bei den exponierten Stellen jeweils zu prüfen und gegebenenfalls zu ersetzten. Sie halten bei richtiger Platzierung aber sehr lange. Folgende Durchmesser bei den Bohrlöchern werden verwendet: Zwischenbefestigung: Ø 6mm Bohrtiefe mind. 30mm Hauptpunkte: Ø 10mm Bohrtiefe mind. 50mm Durchmesser von 5mm haben zu wenig Stabilität in den Ringschrauben. Material 1.4301 (A2) oder höher legiert. Kunststoffdübel kältefest Empfehlung Fischer SX 10x50 und SX 6x30.

Metalldübel müssen mindestens 1.4401 (A4) sein. Viele Metalldübel (Fixanker oder ähnlich) werden bei starker Strömung gelockert. Bei weichen Kalken fällt der Metalldübel nach kurzer Zeit durch die Belastungen selber raus. In diesem Fall Kunststoffdübel oder Epoxid-Klebeanker verwenden. Auch ist die Korrosion, selbst von A2 nicht zu unterschätzen. Je schlanker der Hammerstiel, desto einfach geht das Bohren. Nicht mit Kraft sondern mit Technik die Sache angehen. Bei guter Schlagtechnik und aufgezeigter Konfiguration dauert das komplette Setzen einer Zwischenverankerung 5 – 7 Minuten. Die Hauptverankerungen dauern 12 – 20 Minuten. Solche Tauchgänge dauern jeweils etwas länger, wenn man nicht nur zwei bis drei Punkte setzen möchte. Das Austauchprofil ist der Arbeitsbelastung und Kälte anzupassen.

Die ganze Ausrüstung wird in einem kleinen Materialsack zum Einsatzort gebracht.



Das Kabel kommt in der Originalverpackung von 50m Länge in die Höhle. Es wird mit einem kurzen Seilstück und Boltsnap im Schulter-D-Ring eingehängt. Vorsicht, ist beim Hüft-D-Ring ein Schleppanker und sollte beim Tauchen keinen Felskontakt haben. Sonst massiv erhöhter Gasverbrauch! Das Kabel wird vor Ort dann aus der Mitte rausgezogen. So kommt es nicht zu einem Kabelsalat.



Inhalt des Materialsackes. Der komplette Inhalt wird an einem Chromnickelstahlring oder ähnlichem befestigt. So kann man den Inhalt auch bei Strömung rausnehmen und verliert nichts.



Zum Bohren wird der Rocpecker von Petzl verwendet. Es kann in der Höhle ein Bohrerwechsel gemacht werden. Die Bohrer werden entsprechend der Schraubentiefe mit Klebeband abgeklebt. So bohrt man die richtige Tiefe.



Befestigungsband mit der Reissfestigkeit von 1000kg, Längs und Quer nicht weiterreissbar, fluoreszierend. Das Band wird verdreht zusammen genäht und die Löcher mit einer heissen Lötkolbenspitze eingebrannt. Dazu Kunststoffdübel Ø 6mm, Ringschraube Chromnickelstahl und eine Unterlagsscheibe.



Die Ringschraube muss verschweisst sein. Sonst hält sie den Belastungen nicht Stand. Durchmesser Holzgewinde 4,5 – 5,0mm. Länge 30 – 32mm.



Das ganze wird dann in einem Karabiner eingehängt. Am Karabiner kann ein Ersatzbohrer angeklebt werden.



Die Ringschraube wird mit einem Karabiner angezogen. So kann später jederzeit ohne Werkzeug die Ringschraube wieder gelöst werden. Etwas schlechter geht auch ein Boltsnap.



Das Befestigungsband wird gemäss dem Bild in das Kabel eingeknotet. Das Kabel kann gut gespannt werden und über die verschiedenen Löcher kann die Länge justiert werden. So ist das Kabel bei richtiger Leinenführung immer weg vom Fels.



Die Leinenmarkierungen (Messpunktnummer, Distanz) wird mit wasserfestem Stift gemacht. Zusätzlich wird die Zahl mit einem Lötkolben eingebrannt.



Befestigungsband mit Messpunktnummer. Montage mittels Kabelbinder. Dieser wird durch das zweite eingebrannte Loch geführt. So hebt sich die Nummer gut sichtbar ab.



Deutliche Einbrandspuren sind auch Jahre später noch gut sichtbar.



Nach 50m Kabel oder bei heiklen Punkten kommt ein stärkerer Verankerungspunkt zum Einsatz. Chromnickelstahlplättli mit Ring.



Verankerung mit einem Dübel ø10mm. Schraube 8 x 50mm. Schlüssel und Bohrer können gut am Karabiner mitgeführt werden.



Kabel in den Ring eingeknotet. Überstehendes Kabel wird sauber abgeschnitten. Das nächste Kabel wird ebenfalls in den Ring geknotet.

Verankerungs- und Messpunkt.



Für Fragen und Anmerkungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Text und Bilder: H.Meier